HINTERGRÜNDE 1,  23,  4

Einführung in das politische Problem der Landminen




Foto: Tim Grant


1. Die Ursache und die Verursacher

Im Auftrag von Regierungen wurden Minen und Verlegesysteme bestellt und finanziert.

Die Minen werden von den Rüstungsfirmen (Landmine.de) im Auftrag der Regierungen vieler Länder (Verteidigungsministerien) konstruiert, produziert (finanziert) und verlegt.




2. Die Wirkung und die Betroffenen

Damit wurde eine der größten Bedrohungen für unbeteiligte Menschen und Tiere ausgelöst.

Diese Minen sind in den ehemaligen Kriegsgebieten oft mit Gras und Büschen bewachsen und dadurch zu unsichtbaren Todesfallen geworden.

Sie verstümmeln und töten auf heimtückische Weise Frauen, Männer und Kinder und rotten ganze Tierarten aus.

Sie verhindern, dass Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren können.

Sie zerstören dadurch das gesellschaftliche Gefüge.

Sie verhindern den Wiederaufbau, denn sie wurden an den wichtigsten Versorgungsstellen verlegt.




3. Allgemeine Gegebenheiten verminter Böden

Bei den in der Welt vergrabenen Anti-Personenminen (über 344 verschiedene Arten) und Anti-Tank-Minen handelt es sich zu 70 % um anti-magnetische Objekte mit sehr wenig oder gar keinem Metallanteil.

Die Böden sind mit Metallstücken durchsetzt, insbesondere in den Kriegsgebieten durch Eisen- und Stahlsplitter.

Typisch sind Minenfelder in der Größe bis ca. 1000 ha (1 km x 10 km) und eine Minendichte von wenigen bis zu mehreren 100 Stück pro ha.




4. Die Beseitigung und der Stand der Technik

Während für die Produktion von Minen und Verlegesystemen Milliarden zur Verfügung gestellt wurden, vergaßen die Verursacher, Vorsorge für die Entsorgung zu treffen. Noch lange Zeit nach Beendigung der Feindseligkeiten töten die Minen unbeteiligte Menschen und Tiere.

Für die Beseitigung dieser Todesfallen, die inzwischen von Gras und Büschen überwuchert sind, ist ausgerechnet die "Handentminung" mit Metalldetektoren, Suchnadel und Spielzeugschaufel gegenwärtig die einzige von den Militärexperten der UNO propagierte Methode.

Diese Methode ist vollständig ungeeignet und unsicher, denn:

Sie ist lebensgefährlich für das Personal.

Sie ist nicht sicher - auf den geräumten Flächen kommt es wiederholt zu Unfällen.

Sie ist unbezahlbar.


Und:
Diese Methode
verfehlt das Ziel, weil die Anzahl der verlegten Minen trotz Handentminung ständig steigt.

Es werden 10x mehr Minen verlegt, als mit Handentminung geräumt werden können.



Trotzdem wird bis heute von UNMAS die manuelle Entminung als einzig sicheres Standardmittel vorgeschrieben.


Nach Annex II dieser Vorschriften wird ein "Räumsicherheitsstandard" von 99,6% Minenfreiheit gefordert und wie folgt definiert:

Von 1115 verlegten und geräumten Minen gelten 5 Minen mit intaktem Zündmechanismus als "zulässige Toleranz der manuellen Entminung" und werden nicht als Räumfehler gewertet.


Die UN-Autoren wissen also, dass diese Methode unzuverlässig und ungeeignet ist.

Alle betroffenen Länder benutzen trotzdem diese von der UNMAS herausgegebene "Standing Operating Procedures" (SOP) in ihren eigenen Territorien als Grundlage für ihre eigenen Richtlinien.

Das fordert ständig Opfer unter den Räumern und nach der Räumung unter bei den Betretern der Felder.